Mädchengespräche. Freundin S. ist ein bisschen empört: “Das ist doch scheiße, dass ihr euch über Sex und Männer definiert!”. Frage zurück, worüber man sich eigentlich definieren darf. Geld geht eindeutig nicht und gute Leistungen im Studium sind auch ein No-Go. Kapitalistische Verwertungslogik halt. Schönheit geht auch nicht, ebenso wenig beruflicher Erfolg und Wissen. Alles was produktiv ist, ist ja irgendwie kapitalistisch. Oder zumindest blinder Aktionismus, wenn man es ausbaut. Sie überlegt kurz und ihr Gesicht sagt, dass sie da noch nicht weiter drüber nachgedacht hat, dann: “Zum Beispiel über Kunst kann man sich doch definieren!”. Ich denke an Ehefrauen, die ihre selbstgefriemelten Mondsteinketten auf Dawanda feilbieten und an das, was Damien Hirsts Geschichten so einbringen. Klarer Fall von kein richtiges Leben im Falschen.