Text
Gelesen XVI

Patti Smith: Just Kids

Eines dieser Bücher, in das ich einziehen würde, weil home is, where the heart is. Dabei fand ich bisher Patti Smith musikalisch nicht gerade interessant und von Robert Mapplethorpe hatte ich nur Mal irgendwann den Namen gehört. Ist aber egal, wenn es darum geht, ob man das Buch mögen kann.

Just Kids beginnt gegen 1967. Patti Smith trifft in New York ein, ist dort in der ersten Zeit arbeits- und obdachlos. Sie lernt Mapplethorpe kennen. Erst ist es eine Liebesbeziehung, später bleibt die Abmachung, sich so lange umeinander zu kümmern, bis beide auf eigenen Beinen stehen können. Bis es soweit ist und beide mit ihrer Kunst Erfolg haben, gibt es Hoch und Tiefs: Mapplethorpe hadert mit seiner sexuellen Orientierung, Smith fehlt es an Disziplin, dazu Mieten und Materialkosten, die auch noch bezahlt werden wollen.

Dritter Protagonist, neben Smith und Mapplethorpe, ist natürlich noch das New York der späten 60er und 70er Jahre. Bisschen Namedropping um Chelsea Hotel, Warhols Factory, Jim Carroll und Janis Joplin. Smith und Mapplethorpe sind für einander weit mehr, als eine der vielen Begegnungen. Bevor Mapplethorpe 1989 an Aids starb, versprach Smith ihm, eine gemeinsame Biografie zu schreiben. Resultat ist ein schönes und zärtliches Buch über eine Freundschaft und ihre Zeit.

02:08 am, BY wgirl