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Gesehen: American Horror Story

Hat sich bestimmt ein Freudianer ausgedacht: Familie Harmon ist nicht frei von Spannungen. Die Ehe der Eltern, Vivien und Ben, steht kurz vor dem Aus, nachdem sie eine Fehlgeburt und er einen Seitensprung hatte. Tochter Violet reagiert auf den Konflikt der Eltern mit pubertätstypischer Reserviertheit. Der beste Moment um in ein Haus zu ziehen, in dessen Keller unergründliche, dunkle Mächte (und ein spitzzähniges Monster) am Werk sind und unter dessen Dach ein herrenloser Gummifetischanzug hängt. Soweit so subtil.

Das Haus alleine ist nicht unheimlich genug, hat es doch auch schöne Tiffanyscheiben. Zusätzlich tauchen immer wieder seltsame Menschen auf: ein Mann mit verbranntem Gesicht, der Geld fordert. Ein Hausmädchen, dass Ben in junger Form und Vivien als ältere Dame erscheint. Nachbarin Constance, als Schönheit gealtert und als Schauspielerin gescheitert, die auch Mal das Silberbesteck mitnimmt. Tate, ein Heranwachsender mit Gewaltphantasien, der Hilfe bei Ben als Psychiater sucht. Im Laufe der Folgen zeigt sich, wie die Vergangenheit der Vier mit der des Hauses verflochten ist. 

Bin immer noch ein wenig unentschlossen, wie ich American Horror Story fand. Mit den Figuren wurde ich nicht recht warm: ritzende Teenager, Schwule mit Dekofimmel und fremdgehende Ehemänner sind trivial. Alle sehen gut aus und wenn nicht, dann sind sie behindert oder durch Selbstverbrennung entstellt. Das zentrale Problem, welches verhindert, dass Familie Harmon einfach ihre Sachen packt und das Haus verlässt, ist die mögliche Scheidung der Eltern: wer geht wohin, wer bleibt. Auch nicht so spannend und in seiner Naivität eigentlich auch sehr Klischee, was Horror-Filme angeht. Einfach eine andere Form von “Da draußen im Dunkeln läuft ein Axtmörder rum, mein Handy hat auch keinen Empfang, besser, ich schau Mal nach.”.

Dagegen mochte ich die unterschiedlichen Geschichten, darüber, was die Einzelnen mit dem Haus verbindet. Immer wieder gibt es Rückblenden, die zeigen, wer das Haus in der Vergangenheit bewohnte. Die Serie lässt sich Zeit damit, die unterschiedlichen Episoden miteinander zu verknüpfen. Wie ein Puzzle, dessen Motiv erst kurz vor Schluss sichtbar wird. Nur besteht die Lösung nicht alleine darin, dass Gesamtbild zu erkennen.

05:21 am, BY wgirl[5 Anmerkungen]

  1. von wgirl gepostet