Rise of the Planet of the Apes ist ein Film darüber, dass Affen auch irgendwie scheiße sind. Aber von vorne: Will Rodman (James Franco) forscht als Wissenschaftler nach einem Mittel gegen Alzheimer. Da sein eigener Vater von der Krankheit betroffen ist, ist seine Motivation entsprechend groß. Als Medikamente an Affen getestet werden, steigt deren Intelligenz an. Soweit, dass eine Schimpansin es schafft, die Wärter zu überlisten und auszubrechen. Sie wird erschossen, in ihrem Käfig findet sich ein neugeborenes Junges. Damit es nicht eingeschläfert wird, nimmt Rodman es mit nach Hause. Er nennt den Kleinen Caesar und zieht ihn fast wie ein Kind auf. Schon früh zeigt sich, dass Caesars Mutter die überdurchschnittliche Intelligenz auf ihn übertragen hat. Der Affe schafft Dinge, die gleichaltrige Kinder überfordern würden und spielt schließlich Schach. Trotzdem verfügt er auch über Verhaltensweisen, die Schimpansen eigen sind. Als Rodmans hilfsbedürftiger Vater von einem Nachbarn bedroht wird, reagiert Caesar aggressiv und fällt den Nachbarn an. Als Konsequenz darauf, muss Rodman ihn in ein privates Affentierheim (Geht bestimmt auch mit Magister!) geben. Die Affen dort sind die meiste Zeit in enge Käfige gesperrt und werden vom Sohn des Heimleiters misshandelt. Caesar beschließt seine Mitaffen zu befreien. Weil die Affen aber zu dumm für seine Pläne sind, bleibt ihm nichts anderes übrig, als bei Rodman Medikamentenproben zu stehlen, um die Anderen auf sein Level zu bringen.
Auf den ersten Blick ist Rise of the Planet of the Apes der Tierrechtsfilm schlechthin. Nicht nur, weil die Affen sich selbst befreien, auch weil aus ihrer Perspektive erzählt wird. Vor allem Caeser menschelt so sehr, dass er Zuschauern als Identifikationsfigur dient. Genau da wird es aber auch kritisch, aus zwei Gründen: Rise of the Planet of the Apes ist kein Tierbefreiungsfilm. Die Affen können sich erst selbst helfen, wenn sie menschlich werden. Bei den anderen Planet der Affen-Filmen ist klar, dass eigentlich nur eine Sorte Mensch durch eine andere ausgetauscht wird. Bisschen wie die Schweine in Animal Farm. Es ist weder zurück zur Natur noch gegen Speziesismus: die Affen werden zivilisiert und alle andere Tierarten ihnen untergeordnet. Der andere Grund hat etwas mit Mitleidsethik zu tun. An dem Konzept Mitleidsethik wird häufig kritisiert, dass Mitleid umso stärker empfunden wird, je ähnlicher ein Lebewesen uns ist (Wer hierzu mehr möchte: der Aufsatz “Biologische Grundlagen zum ethischen Tierschutz” von Hanno Würbel). Affenbabys sind schon irgendwie besser als Vogelspinnen und Caesar sympathischer als seine Kollegen, die kreischend an Gitterstäben rütteln. Vor allem bei Caesar fühlt man mit, wenn er aus seinem sozialen Umfeld herausgerissen und weggesperrt wird. Dabei ist fehlender Freiraum (hier mal im weitläufigen Sinne) wohl für jedes halbwegs bewusste Lebewesen unangenehm, unabhängig davon ob es Schachspielen kann oder nicht.
Ansonsten ist Rise of the Planet of the Apes schon gutes Hollywoodkino. Außerdem sind alle Affen computeranimiert, was ethisch natürlich korrekt ist.