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Frankfurt


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Es ist nicht alles schlecht in Höchst

Weil der Frankfurter Wohnungsmarkt ein Arschloch ist, zog ich Anfang Februar schließlich nach Höchst. Höchst ist ein westlicher Stadtteil oder Vorort und vor allem durch seine Chemieindustrie bekannt. Angeblich kam es bis vor einigen Jahrzehnten gelegentlich vor, dass Vorgärten sich über Nacht blau oder gelb verfärbten. Vielleicht ist das aber auch nur eine Urban Legend wie fleischfressende Keime in Kaufhaus-BHs und Frankfurt als Metropole. 

Gegen Höchst spricht einiges. Was eindeutig kein Thema ist, ist Gentrifizierung. Im Gegenteil: wer Bioläden und Coffee-Shops hasst, nach 20 Uhr keinen Grund hat, das Haus zu verlassen, dafür aber mit der Arbeiterklasse sympathisiert, muss Höchst lieben. Bis ich einen meiner Hausnachbarn ohne Jogginghose antraf, vergingen vier Wochen. Wer in Höchst ausgehen möchte, sollte gutbürgerliche Küche mögen. Schlachtplatten werden im Stadtteilkern so offensiv angeboten, wie im Frankfurter Bahnhofsviertel Karaoke.

In Höchst ist natürlich nicht alles schlecht. Neben dem üblichen Frankfurter Nachkriegsarchitekturtourette besitzt Höchst die Altstadt, die Frankfurt fehlt. Der Römer ist nur ein potemkinsches Dorf für fernöstliche Touristen. In Höchst dagegen tobt das Mittelalter und alles was so danach kam. Zumindest visuell bietet die Höchster Altstadt das, was Frankfurt lediglich verspricht.

Ein weiterer Höhepunkt, neben Asia Land und meiner Wohnung, stellt das Mainufer dar. Im Sommer sicherlich ein schöner Platz, um Eis zu essen und Tollwutschluckimpfungen an herumstreunende Seniorenpaare zu verteilen. Um diese Jahreszeit jedoch finden sich nur einige Schwäne ein, denen es nach Kinderfleisch hungert.

Im Hintergrund übrigens der Fähranleger in Schwanheim. Glaube ich zumindest.

06:43 pm, BY wgirl[2 Anmerkungen]

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Die Grünen und ihr Milieu(schutz) - Gentrifzierung in Frankfurt am Maim | DLF-Magazin | Deutschlandfunk

Deutschlandradio über Frankfurt Nordend-Gentrifizierung. Heute erst selbst einen Flyer gesehene, auf dem jemand für ein WG-Zimmer 650,- warm wollte. 

07:56 pm, BY wgirl[1 Anmerkung]

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Mainfest

An ungeraden Sonntagen zwischen dem sechsten und zehnten Tag im Monat verlasse ich auch mal den Puff, den ich zu Hause nenne. In dem Fall war der Anlass ein mehrfach verschobenes Treffen mit dem Loh. Sich mit dem Loh zu verabreden ist ja immer nicht so einfach. Da er den Großteil seines Lebens wahlweise im Wald oder in Düsseldorf verbracht hat, ist sein Orientierungssinn für den urbanen Raum verkümmert. Sofern man sich nicht an einer Straßenbahnhaltestelle inklusive Richtungsangabe verabredet, ist die Wahrscheinlichkeit seines pünktlichen Eintreffens tendenziell gering. Daher schlug ich als Treffpunkt die sogenannte Sommerwerft vor. Sommerwerft ist bisschen das Woodstock des Straßentheaters. Nur halt im südhessischen Maßstab. Als ich vor Jahren das erste Mal dort war, war es Selbstverwirklichung pur. Zumindest für Menschen, die gefühltermaßen 1970 haben. Ungern erinnere ich mich an Exzesse mit Rotwein als Fingerfarbe auf 20-Meter-Schreibmaschinenpapierrollen und Puppentheater. Das Problem dabei ist, dass die meist leidenschaftlich involvierte Begleitung häufig beleidigt reagiert, wenn man ihr wegen solchen Aktionen aufs Maul haut. Da bleibt dann nur Aussitzen.

In diesem Jahr oder zumindest heute ging es aber eigentlich. Vermutlich zum Leidwesen der Veranstalter war das Publikum etwas durchmischter: mehr Hipster und Irgendwie-Linke statt nur Filzfrisuren und Pädagogikstudenten. Das sorgt ein bisschen für Verspannung und dämpft den Elan. Sommerwerft ist am Osthafen, eigentlich aus der Ferne zu sehen und daher leicht zu finden. Der Loh kam dann auch nur 30 Minuten zu spät und der Klang von Reggae aus einem Kofferradio täuschte angemessen über sein zeitweiliges Ausbleiben hinweg. Cocktail mit Gurke und Volxkücheneintopf aus dem Napf (Der Loh!) konnten aber nicht über die frühherbstlichen Außentemperaturen hinwegtäuschen. Irgendwann gingen wir Richtung Innenstadt und Nahverkehr und landeten - Hurra! - auf dem Mainfest. 

Auf einem Rummel war ich das letzte Mal sicherlich, als ich noch in Pommern wohnte. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Ansprüche für kulturelles Erleben dort nicht zu hoch sind. Die Frankfurter Sozialgewohnheiten sind für gewöhnlich zu alternativ oder nymphoman für so etwas, zum Glück bildet Spessartbub Loh die Ausnahme. Da ich immer große Hemmungen habe, einfach so Fremde zu fotografieren (und noch größere davor, sie zu fragen, ob es okay geht) fällt die Dokumentation des Ganzen etwas knapp aus:

Neben besessenem Kind und Zombie fürchtet der Frankfurter Geisterbahnfahrer vor allem Albert Einstein.

Geschossen wir bevorzugt auf Meerschweinchen (oder Pandas?)…

… als Gewinn winken jedoch säuglingsgroße Beutelratten.

Wem Schusswaffen zu soft sind, bleibt immerhin noch ein Russisch Roulette mit Intimpiercings.

Hier kann sich der Loh noch nicht entscheiden, auf wen er schießen möchte. Nicht im Bild: die “Lass die Libanesin schießen!”-Mädchengang, sowie der zweite Schusswaffenverwalter mit Walter Sobchak-Temperament, der die Libanesin anbrüllte, nicht das Gewehr auf sein Auge zu richten, während sie den Finger am Abzug hat.

Trotz Fehler in der Haltung ist meine Trefferquote hoch. Das ist sehr ermutigend, ist dieses Schaustellergewerbe doch sicher auch was, was sich gut mit Magister machen ließe. 

Dabei ist gar nicht so klar, ob man als Schausteller geboren, oder dazu gemacht wird. Bei diesem Spiel geht es übrigens darum, einen Nagel mit drei Schlägen in ein Brett zu bekommen. Für Gewinner gibt es Sekt. Spielen Frauen oder Kindern, werden die Nägel bis auf ein Drittel vorgehämmert.

Wenn man nichts gewinnt, bleibt immer noch dieser Stand mit sehr günstigen zahnmedizinischen Utensilien. So können Menschen, ohne den für den Rekommandeur-Beruf nötigen Charme, sich immerhin mit der eigenen Praxis selbstständig machen.

12:30 pm, BY wgirl[4 Anmerkungen]

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Ralf Barthelmes Fotograf Frankfurt | empty space 2009 | Gebaeudeleerstand in Frankfurt | Fotoausstellung

Bilder der Ausstellung empty space (2009). Trotz Wohnungsknappheit und hoher Mieten stehen auch in Frankfurt Häuser leer.

10:47 pm, BY wgirl[1 Anmerkung]

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fuckyeahsubways:

Frankfurt (by Frank)

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Frankfurt (by Frank)

07:13 pm, BY wgirl[24 Anmerkungen]

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Heimat2

       

Diesen Herbst sind es bereits 5 Jahre, die ich in Frankfurt wohne. Hier fühle ich mich momentan zu Hause, auch wenn Heimatgefühle in Bezug auf Frankfurt wohl ein wenig Stockholm-Syndrom sind. Die Stadt ist ganz eindeutig nicht immer nett, sie ist schließlich Bankfurt und außerdem ganz vorne mit dabei, was mafiöse Strukturen und Crack angeht. Aber gerade weil vieles hier so hässlich ist, die Nachkriegsinnenstadt und die Gleichgültigkeit mancherorts, kann man hier zu Hause sein: Man ist schließlich selbst nicht nur schön. Man ist launig, boshaft und kalt, so auch Frankfurt.

Trotzdem hat Frankfurt auch seinen Charme. Alleen am Main-Ufer und Trinkhallen in Gallus, deren Besitzer in der Tür stehen und einem hinter her baggern. Die Skyline, die, steht man mitten drin, an Tokyo oder New York denken lässt und die circa 5 Millionen Kaninchen in den Grünanlagen. Das Museumsufer und die vielen Parks. Hinterhöfe, in denen Osteuropäer Autos zerlegen und zwanghaft entspannte Werbeleute in der Hanauer. Frankfurt ist so vieles zwischen Azad und Adorno, die bisher besten Jahre hab ich hier verbracht. Vermutlich werde ich nicht für immer bleiben, aber immer mal wieder kommen.

07:35 pm, BY wgirl[2 Anmerkungen]

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12:39 pm, BY wgirl[2 Anmerkungen]

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09:49 pm, BY wgirl

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Bildungsstreik: Polizei räumt besetztes Uni-Gebäude | Nachrichten | hr

Warum nicht mitmachen? - Weil man nicht ein 53465. Mal “Wir müssen uns den Raum ANEIGNEN” erträgt. “Aneignen”, dass heißt in bestimmten politisch aktiven Kreisen, dass man ein öffentliches Gebäude betritt und mit Edding “ACAB” an die Wand schreibt. Dass man Wände und Böden versifft, Hochschuleigentum stiehlt und zerstört. Warum auch nicht, Uni-Leitung, Landesregierung, Kapitalismus und die iranische Regierung sollen sehen, was sie davon haben.

Die können ruhig dafür zahlen.

Wer es wegräumt, ist aber auch klar. Osteuropäische Migrantinnen und türkischstämmige Jungs, denen “Hauptschulabschluss” im Gesicht steht. Für ein faires System, für ein Recht auf Bildung.

10:58 pm, BY wgirl