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Literatur


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Lesen als Distinktion

Alle halbe Jahre taucht in meiner Timeline ein Tweet mit folgender Aussage auf: Wenn du das erste Mal bei einem Typen zu Hause bist und er keine Bücher hat, dann hau sofort ab und lauf, so schnell du kannst. Dazu fällt mir dann immer nichts, bzw. ziemlich viel ein.

Gegen Nicht-Leser gibt es vermutlich vor allem folgende Vorurteile: sie sind dumm, weil ihnen einfach viel Faktenwissen, aber auch Elemente der Allgemeinbildung verloren gehen. Sie sind phantasielos, weil sie nicht die Muße haben, sich in eine fiktive Welt hineinzuversetzen. Ihnen fehlt es an Einfühlungsvermögen, weil Romane und Autobiografien schließlich eine Möglichkeit sind, die Welt aus anderen Perspektiven kennenzulernen.

Die Zahl der Bücher, die ich in einem Jahr lese, liegt im mittleren zweistelligen Bereich. Ungefähr 50% davon sind Krimis und Fantasyromane, Ratgeber und Chick flicks. Ich kann mir vorstellen, dass es bei anderen regelmäßigen Lesern ähnlich aussieht. Zumindest demnach, was ich bei Goodreads mitbekomme. Das Argument “Lesen bildet” lässt sich nur so halbwegs rechtfertigen. Natürlich nehme ich viel aus Büchern mit, aber oft sind es Dinge, die ich mir auch auf anderen Wegen aneignen könnte, etwa durch Reisen, Zeitungsartikel und Fernsehsendungen.

Bildung, die man sich eigentlich nur als Leser aneignen kann, etwa die Fähigkeit, Anspielungen auf literarische Klassiker zu verstehen, hat in meinem Alltag eher wenig Aufgaben. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal außerhalb akademischer Erfordernisse einen Philosophen zitiert habe oder etwas “brechtianisch” fand. Nicht dass ich dieses Wissen wertlos finde. Es verhält sich damit nur ähnlich, wie mit Jugendstilmöbeln. Kulturell von Bedeutung, vielleicht ästhetisch interessant, zum Sitzen reicht aber auch ein IKEA-Sofa.

Die letzten beiden Männer, mit denen ich ernsthafter zu tun hatte, waren keine großen Leser. Bei dem Einem war es gelegentlich Mal eine Biografie und ansonsten Der Spiegel, beim Anderen Thriller und die FAZ. Überraschenderweise kamen wir sehr gut mit einander aus. Sie erkannten die doppelten Böden in meinen Äußerungen, hatten Meinungen zum Zeitgeschehen, die sie auch begründen konnten und waren emphatisch, soweit Menschen es für einander sein können. Dass wir nicht Austen-Romane besprechen konnten, war bei keinem von ihnen Grund, die Romanze zu beenden.

Es kann natürlich auch angenehm sein, sich über Literatur, die einen gerade beschäftigt, auszutauschen, sonst gäbe es weder die User-Rezensionen bei Amazon, noch Goodreads. Aber ich muss es nicht zwangsläufig mit meinen romantischen Interessen unter einen Hut bekommen. Da sind mir andere Sachen wichtiger, etwa ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz und Eloquenz. Zwei Dinge, die Menschen auch ganz gut ohne Bücher lernen, etwa im alltäglichen Miteinander.

Nicht zuletzt stört mich an den Vorurteilen gegenüber Nicht-Lesern der milde Klassismus, der dabei mitschwingt. Literarische Bildung ist kulturelles Kapital. Wer nicht, oder nicht ausreichend, belesen ist, gehört nicht dazu. Ist also entweder einer von der Sorte, die mehr wert auf - wie oberflächlich - materielle Dinge legt oder einfach jemand, der in kultureller Hinsicht unter einem steht. Unter Nicht-Lesern stellt man sich vielleicht potentielle Frauentausch-Teilnehmerinnen und Profifussballspieler vor. Nicht die klugen und interessanten Leute, die es auch sein können.

12:15 pm, BY wgirl[12 Anmerkungen]

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Gelesen XVIII

David Foster Wallace: Am Beispiel des Hummers

Eating Animals für Leute, die nicht gerne viel lesen oder was gegen Jonathan Safran Foer haben. Soll ja vorkommen. Für die Zeitschrift Gourmet besuchte DFW das Maine Lobster Festival, auf dem jährlich 9000 kg Hummer verspeist werden. Ursprünglich als Zeitschriftenreportage gedacht, ist das Buch nicht sonderlich umfangreich: der Lesespass dauert etwa eine Stunde und findet sich in etwas anderer, ursprünglicher Form auch ganz legal online.

In der ersten Hälfte berichtet DFW über die Tradition des Hummerfangs in Neuengland und den Ablauf des Festivals: Umzüge, Festzelte, Kochwettbewerbe. Alles ziemlich beschaulich und provinziell. Ab der Mitte wechselt der Schwerpunkt. Anlässlich des weltgrößten Hummertopfes stellt DFW Überlegungen über die Zubereitungsart an. Hummer werden lebend gekocht, mit der Rechtfertigung, sie würden es eh nicht spüren, ihr Nervensystem ist zu primitiv. Trotzdem gibt es genug Hummer-Köche, die während der Kochzeit die Küche verlassen.  

DFW erzählt von seinen Recherchen über das Schmerzempfinden von Hummern und anderen Tieren, über den Umgang mit Tieren generell, dazu bisschen utilitaristische Ethik. Er selbst gehört zu den Menschen, die alles ziemlich schlimm finden, es sich aber nicht abgewöhnen können, Fleisch zu essen. Ist also, wie Jonathan Safran Foer auch, eher gemäßigt. “Am Beispiel des Hummers” ist ein knapper, nüchterner Denkanstoß für Leute, die sich bisher nicht wirklich mit dem Thema Fleisch befasst haben. Falls es die derzeit noch gibt. Ansonsten ist vor allem interessant, wie es der Tierschutzaufsatz ins Feinschmeckerheft geschafft hat.

11:20 pm, BY wgirl[1 Anmerkung]

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Gelesen 2011

Wolf Schneider: Deutsch für junge ProfisNick McDonell: TwelveMarkus Wild: Tierphilosophie: Eine EinführungOriana Fallaci: Das unnütze GeschlechtPitigrilli: KokainPeter Alter: Die WindsorsWolfgang Herrndorf: Diesseits des Van-Allen-GürtelsH.P. Lovecraft: Der Schatten aus der ZeitRyu Murakami: Blaue Linien auf transparenter HautHerbert Marcuse: Versuch über die BefreiungDavid DeGrazia: Animal Rights: A Very Short IntroductionAnnie Sprinkle: Hardcore von HerzenJane Austen: EmmaPaul Auster: Die Erfindung der EinsamkeitCharlotte Brontë: Jane EyreJane Austen: Stolz und VorurteilSibylle Berg: Sex2Joseph Heath/Andrew Potter: Konsumrebellen: Der Mythos der GegenkulturAlmudena Grandes: LuftschlösserEmily Brontë: Die SturmhöheGeorge Orwell: Farm der TiereAngela Leinen: Wie man den Bachmannpreis gewinntMichel Houellebecq: Karte und GebietArno Schmidt: Seelandschaft mit PocahontasJohn Cleland: Fanny HillDave Monroe: Porn – Philosophy for Everyone: How to Think With KinkClément Rosset: Regime der LeidenschaftenEric Berne: Spiele der ErwachsenenSebastian Haffner: Anmerkungen zu HitlerJane Austen: Verstand und GefühlKyra Stromberg: Zelda und F. Scott FitzgeraldChristoph Twickel: Gentrifidingsbums oder eine Stadt für AlleEllen Fein/Sherrie Schneider: The RulesPaul Auster: New York-TrilogyChester Brown: Paying for ItCarlos Ruiz Zafón: The Shadow of the WindJane Austen: Northanger AbbeyIan Shaw: Das alte Ägypten. H.P. Lovecraft: Der Fall Charles Dexter WardWolfgang Herrndorf: TschickJulia Friedrichs: Gestatten: EliteMichel Houellebecq: LanzarotePatti Smith: Just Kids

    04:51 pm, BY wgirl[11 Anmerkungen]

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    Gelesen XVI

    Patti Smith: Just Kids

    Eines dieser Bücher, in das ich einziehen würde, weil home is, where the heart is. Dabei fand ich bisher Patti Smith musikalisch nicht gerade interessant und von Robert Mapplethorpe hatte ich nur Mal irgendwann den Namen gehört. Ist aber egal, wenn es darum geht, ob man das Buch mögen kann.

    Just Kids beginnt gegen 1967. Patti Smith trifft in New York ein, ist dort in der ersten Zeit arbeits- und obdachlos. Sie lernt Mapplethorpe kennen. Erst ist es eine Liebesbeziehung, später bleibt die Abmachung, sich so lange umeinander zu kümmern, bis beide auf eigenen Beinen stehen können. Bis es soweit ist und beide mit ihrer Kunst Erfolg haben, gibt es Hoch und Tiefs: Mapplethorpe hadert mit seiner sexuellen Orientierung, Smith fehlt es an Disziplin, dazu Mieten und Materialkosten, die auch noch bezahlt werden wollen.

    Dritter Protagonist, neben Smith und Mapplethorpe, ist natürlich noch das New York der späten 60er und 70er Jahre. Bisschen Namedropping um Chelsea Hotel, Warhols Factory, Jim Carroll und Janis Joplin. Smith und Mapplethorpe sind für einander weit mehr, als eine der vielen Begegnungen. Bevor Mapplethorpe 1989 an Aids starb, versprach Smith ihm, eine gemeinsame Biografie zu schreiben. Resultat ist ein schönes und zärtliches Buch über eine Freundschaft und ihre Zeit.

    02:08 am, BY wgirl

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    Gelesen XIV

    Charlotte Brontë: Jane Eyre

    Jane Eyre wächst nach dem Tod ihrer Eltern erst bei fiesen Verwandten und dann in einem strengen, christlichen Waisenhaus auf. Mit 18 hat sie genug davon und findet eine Anstellung als Erzieherin für die kleine Adele, ebenfalls eine Art Waisenkind. Jane verguckt sich in Adeles wohlhabenden Ziehvater, ihre Zuneigung wird soweit erwidert, dass dieser sie über Klassenschranken hinweg heiraten will. Ab dann wird es tragisch. Bis sich am Ende alle kriegen, werden noch familiäre Verwicklungen aufgedeckt, Heiratsanträge abgelehnt und Hände amputiert.

    Charlotte Brontës Roman ist kein heiteres Wer-mit-wem sondern ordentlich Düster. Da sind die Erinnerungen an die Kindheit, zwischen Lieblosigkeit und entwürdigenden Strafen. Später die Flucht durch England, ohne jeden Besitzt. Die Hauptprotagonistin ist keine Emma, sondern hat neben romantischen auch ganz existenzielle Sorgen. Schwulst wird gelegentlich durch Janes Äußerungen ausgebremst, etwa wenn ihr Gelieber, nach einem Unfall entstellt, sie fragt, ob er hässlich ist und sie ihm antwortet, dass er es auch schon vorher war. Überhaupt provozieren und triezen sich beide wenig subtil, was eine angenehme Abwechslung zu den üblichen Liebesgeschichten dieser Zeit ist.  

    01:53 am, BY wgirl[4 Anmerkungen]

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    Gelesen XIII

    Jane Austen: Emma

    Erinnere mich an eine Diskussion vor paar Monaten, darüber, ob Jane Austen Weltliteratur ist. Ich war dafür: auch ohne großen geistigen Anspruch vermittelt ein Roman, der sich 200 Jahre gehalten hat, ein Bild von Moral, Idealen und Konflikten zumindest des Teils der Bevölkerung, dem der Autor angehörte. Bei Jane Austen handelt es sich eben vor allem um Kleinstadtbewohner jenseits von Lohnarbeit und Nutzen. War sie doch selbst die meiste Zeit Pfarrerstochter in der englischen Provinz.

    Emma ist unverheiratet, Tochter und mit sicherem finanziellen Background. Weil sie sonst kaum Verpflichtungen hat, bestehen ihre Tage aus Spaziergängen und Intrigen. Selbst möchte sie nicht heiraten, einerseits um für ihren Vater da zu sein, andererseits weil sie als Erbin nicht auf finanzielle Sicherheit durch eine Eheschließung angewiesen ist. Am Ende ändert sie ihre Meinung allerdings. Dazwischen geht es über 400 Seiten um emotionale und strategische Verwicklungen der oberen Zehn eines englischen Dorfes, irgendwo bei London. Die beste Freundin mit dem Landpfarrer (oder auch nicht), sie selbst mit dem Stiefsohn ihrer ehemaligen Erzieherin (oder auch nicht) usw..

    Eigentlich habe ich mir vorgenommen, dass Buch unheimlich blöd zu finden. In meiner Vorstellung sprachen die Charaktere auch recht häufig wie Little Britains Emily Howard (“I am a lady! I press flowers and stroke kittens and swim in rivers wearing dresses and hats… and shit.”). Ereignisse jenseits von Teestunde und Picknick werden nur selten gestreift. Weder Dramen, noch Schwindsucht, noch Sozialkritik (Abgesehen von der Zweckehen-Sache, die aber auch nicht so wirklich ein Problem ist.). Am Ende sind alle glücklich und standesgemäß verheiratet. Emma ist aber nicht nur blöd, sondern auch Guilty Pleasure. Zumindest nach den mühsamen ersten hundert Seiten. Der Verstand sagt, dass es seicht ist. Der Geschmack hat das mit der Distinktion aber noch nicht so drauf.

    04:02 am, BY wgirl[4 Anmerkungen]

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    Text 80: Hände Hoch! « Alternativen

    Ist es ein Kampf um Seelenfrieden oder gegen das Gefühl, allein zu sein, und wenn ja, um wessen?

    09:35 pm, BY wgirl[7 Anmerkungen]

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    Tag 17/03/11

    SpOn-Artikel von Gudrun Pausewang, natürlich zu der Sache in Japan. Genau darauf habe ich eigentlich gewartet. 

    Mit zehn verbrachte ich mit meiner Mutter, meinem Bruder und Freunden der Familie einen Teil der Sommerferien in einem Bergdorf in Ligurien. Die Erwachsenen fanden es wunderbar idyllisch, so am Ende der Welt. Ohne Auto, nächste Einkaufsmöglichkeit und Bushaltestelle sechs Kilometer Serpentinenstraße talwärts. Wir Kinder fanden die erste Woche ganz interessant, so in einem fremden Land und die letzten beiden Wochen furchtbar öde. Wenn wir uns nicht stritten oder zu endlosen Spaziergängen genötigt wurden, nötigten wir die Zeit, vorüberzugehen. In dem Ferienhaus gab es einige Lustige Taschenbücher, paar Lurchi-Hefte (“Lange schallt’s im Walde noch, Salamander, lebe hoch!”) und: Gudrun Pausewangs Die letzten Kinder von Schewenborn.

    Für die, die es nicht gelesen haben: Die letzten Kinder von Schewenborn ist eine Mischung aus Becketts Endspiel und The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen, gepaart mit Atomkriegshysterie der 1980er. Außerdem als Jugendbuch eindeutig mit pädagogischen Absichten. Wie bei Endspiel wird eigentlich nie ganz klar, was genau die äußeren Umstände sind. Vermutlich hat ein Atomkrieg mindestens Europa in Schutt und Asche gelegt. Eine Familie wird davon während einer Autofahrt durch Mittelhessen (auch das noch!) getroffen. Der Rest handelt von den darauf folgenden Jahren, aus Sicht des Teenager-Sohnes: Ortschaften sind nur noch Trümmerhaufen. Menschen verstümmelt, sterben an der Strahlenkrankheit und an sich ausbreitenden Seuchen. Die Mutter bring ein Kind ohne Augen zur Welt, das vom Vater getötet wird. Die übrig gebliebenen Familienmitglieder ziehen auf der Suche nach Nahrung durch die Gegend und landen irgendwann in Frankfurt, wo ebenfalls kein Stein mehr auf dem anderen steht. Alles sehr anschaulich beschrieben, von fehlenden Gliedmaßen bis zur fehlenden Hoffnung.

    Mit zehn registrierte ich nach einigen Seiten, dass mir der Stoff doch etwas zu creepy ist. Zwei Jahre später waren wir wieder im selben Ferienhaus. In der Zwischenzeit hatte ich keinen Gefallen an Gebirgswäldern und Olivenplantagen gefunden, dafür aber schon alle Lustige Taschenbücher durch. Also nahm ich mir erneut Die letzten Kinder von Schewenborn vor und las es komplett. Mit dem Resultat, dass die Einsamkeit der Gegend wenig an Reiz gewann. Die Berge wirkten noch gewaltiger, die Entfernung zum nächsten Ort weiter, aus räumlicher Distanz wurde Isolation. Wer würde es merken, wenn hier was passiert? Was passierte in der Welt, während wir hier oben waren? Wir hatten nicht einmal deutschsprachiges Radioprogramm. Gedanken, mit denen eine phantasievoll-paranoide Zwölfjährige ganze Nachmittage verbringen konnte. Wie oft habe ich mir in diesem Urlaub Atombombenexplosionen über Pinienwäldern vorgestellt. 

    Einige Monate später las ich Pausewangs Der Schlund. Ein ebenfalls sehr düsteres Jugendbuch über einen neuen Nationalsozialismus in naher Zukunft. Das nahm mich nicht ganz so mit, vielleicht war ich aber auch schon abgehärtet. Bis heute weiß ich nicht, was ich von Pausewang halten soll. Sie hat mir mindestens einige Tage versaut und das mit Absicht. Atomare Verseuchung und Faschismus sind schon Dinge, die man fürchten darf. Als Kind war ich dieser Furcht aber ausgeliefert, hatte nichts, womit ich sie relativieren konnte. Weder Zugang zu Informationen (Bergdorf!) noch Handlungsmöglichkeiten. Vielleicht hat die Angst damals nicht geschadet, aber genutzt? Kernkraft, Atombomben und Nazis kann man auch so ablehnen. Vom formalen Standpunkt aus ist es allerdings bemerkenswert, wie sehr Geschriebenes einen fertig machen kann. Die letzten Kinder von Schewenborn würde ich auch heute kein weiteres Mal lesen wollen.

    04:57 am, BY wgirl[6 Anmerkungen]

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    Postbibliophil: Der Nicht-Leser in uns — Der Freitag

    „Wir sind nicht zum Lesen geboren“ - Michael Angele über den Nichtleser in uns.

    01:48 pm, BY wgirl

    quote
    Die Frauen sind wie Maueranschläge in unserem Herzen. Um den ersten zu verstecken, wird ein zweiter darübergeklebt, der ihn vollständig bedeckt. Vielleicht siehst du, solange der Kleister noch weich und das Papier noch feucht ist, die Farben des ersten vage durchschimmern. Aber bald ist auch keine Spur davon mehr sichtbar. Wird alsdann der zuletzt befestigte losgelöst, so werden alle beide gleichzeitig entfernt, und die Erinnerung und das Herz bleiben kahl zurück wie eine Mauer.
    Kokain, Pitigrilli

    12:45 am, BY wgirl[4 Anmerkungen]