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Einträge getaggt mit Philosophie

Doch der Mensch kämpft nun einmal für seine Bequemlichkeit wo er kann - der kalten, anstrengenden, bisweilen grausamen Natur setzt er die Kultur der Zentralheizung, der geglätteten Straßen, der Telefone und Rettungswagen entgegen. Es ist sonderbar, wenn er sich ausgerechnet in dem Moment auf die “Natur” zurückbesinnt, wo es wiederum der eigenen Bequemlichkeit dient - nämlich der Verteidigung des gewohnten Genusses des Fleischessens.

– Hilal Sezgin im nicht durchgehen pro-vegetarischem bpb-Heft Mensch und Tier. Das man übrigens auch komplett kostenlos als PDF runterladen oder bestellen kann.

Animal Studies Move From the Lab to the Lecture Hall - NYTimes.com

New York Times über Animal Studies als Trend an amerikanischen Hochschulen: Das Mensch-Tier-Verhältnis als Gegenstand interdisziplinärer Lehre und Forschung. Wobei “interdisziplinär” am Ende vermutlich doch nur wieder vor allem für “geistes- und sozialwissenschaftlich” steht. Für Philosophie trotzdem interessant, da Tiere zwar bei Kant über Schopenhauer bis Adorno vorkommen, als Thema in Hochschulveranstaltungen aber eher ausgeblendet oder trivial dargestellt werden.

Wie man in Deutschland nicht mehr mundtot gemacht wird | Telepolis

Peter Singer erhielt den Ethikpreis der Giordano-Bruno-Stiftung. Auch erfreulich: der Verfasser des Artikels hat Singer nicht nur gelesen, sondern auch verstanden. Zumindest in Praktische Ethik geht es keineswegs darum, Behinderte grundsätzlich zu töten. Singer bezieht sich lediglich auf Extremfälle, wie Kinder, die ohne Gehirn geboren werden. Solche, deren Lebensdauer gering (Stunden oder Tage, nicht Jahre) und mit starken körperlichen Schmerzen verbunden ist oder die nie in der Lage sein werden, Bewusstsein zu erlangen. Menschen die gelähmt sind oder Down-Syndrom haben, sind keineswegs betroffen. Im Gegenteil: Singer fordert, dass Menschen unabhängig von Behinderung, Ethnie, Geschlecht, Alter usw. bestmöglich gefördert werden. Komplett unproblematisch ist die Möglichkeit der Sterbehilfe trotzdem nicht: in der Praxis müsste immer wieder neu entschieden werden, ob ein Neugeborenes lebensfähig ist oder nicht. Klare Grenzen gibt es in diesem Bereich vermutlich keine. Was aber auch nicht heißt, dass die Entscheidungen beliebig getroffen werden.

Kulturphilosophie: Höllische Freude | Kultur | ZEIT ONLINE

Eagleton: …ich behaupte, dass das Böse aus einer Unfähigkeit zu leben entspringt. Es erwächst aus einem Mangel. Es gibt dazu eine theologische Diskussion, in der das Böse als nicht real beschrieben wird, obwohl es dies in einem anderen Sinne sogar sehr ist – aber eben als Mangel. Das Böse entsteht in Menschen, die nicht wirklich leben können.

To put the matter another way, most of the suffering that we impose on animals is completely unnecessary, and we are not substantially different from Simon, who proposes to blow-torch the dog for pleasure. For example, the uses of animals for sport hunting and entertainment purposes cannot, by definition, be considered necessary. Nevertheless, these activities are protected by laws that supposedly prohibit the infliction of unnecessary suffering on animals. It is certainly not necessary for us to wear fur coats, or to use animals to test duplicative household products, or to have yet another brand of lipstick or aftershave lotion.
More important in terms of numbers of animals used, however, is the animal agriculture industry, in which billions of animals are killed for food annually. It is not necessary in any sense to eat meat or animal products […].

– Gary Francione, Philosoph, zur willkürlichen Einteilung zwischen scheinbarer Notwendigkeit und Tierquälerei.

TP: Roboter entwickeln Neurosen

Es gehe ihm nicht darum, freundliche Roboter zu schaffen, um deren Effizienz zu erhöhen, schreibt Khrennikov. Er möchte eine künstliche Intelligenz mit den wesentlichen Elementen der menschlichen Psyche ausstatten. Die dabei auftretenden Macken und Neurosen sind kein Fehler, sondern erwünscht, können sie doch das Verständnis psychischer Probleme vertiefen und Behandlungsmethoden verbessern.

Wenn künstliche Intelligenz menschenähnlicher wird, wird sie auch anfälliger für negative Empfindungen? Verhält sich der technische Bausatz, ähnlich wie das menschliche Nervensystem, zu Mind wie Hardware zu Software? Könnte eine künstliche Intelligenz, aufgrund ihres Ersatznervensystems, physisches und psychisches Leid empfinden? Wo fängt Leid an? Woran erkennt man es in so einem Fall? Woran würde man ein wie-auch-immer geartetes Bewusstsein erkennen? Würde man im Laufe der Konstruktion einer künstlichen Intelligenz nicht unzählige Male scheitern? Würde die Intelligenz dieses Scheitern spüren? Wie würde sie es spüren? Ist so etwas unmoralisch?