Peter Singer erhielt den Ethikpreis der Giordano-Bruno-Stiftung. Auch erfreulich: der Verfasser des Artikels hat Singer nicht nur gelesen, sondern auch verstanden. Zumindest in Praktische Ethik geht es keineswegs darum, Behinderte grundsätzlich zu töten. Singer bezieht sich lediglich auf Extremfälle, wie Kinder, die ohne Gehirn geboren werden. Solche, deren Lebensdauer gering (Stunden oder Tage, nicht Jahre) und mit starken körperlichen Schmerzen verbunden ist oder die nie in der Lage sein werden, Bewusstsein zu erlangen. Menschen die gelähmt sind oder Down-Syndrom haben, sind keineswegs betroffen. Im Gegenteil: Singer fordert, dass Menschen unabhängig von Behinderung, Ethnie, Geschlecht, Alter usw. bestmöglich gefördert werden. Komplett unproblematisch ist die Möglichkeit der Sterbehilfe trotzdem nicht: in der Praxis müsste immer wieder neu entschieden werden, ob ein Neugeborenes lebensfähig ist oder nicht. Klare Grenzen gibt es in diesem Bereich vermutlich keine. Was aber auch nicht heißt, dass die Entscheidungen beliebig getroffen werden.