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Prometheus


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Gesehen: Prometheus

Eigentlich Alien-Prequel, aber mit eigener Geschichte. Eine Gruppe Forscher macht sich mit einem Raumschiff auf den Weg, die Schöpfer der Menschheit zu finden. Statt alte Männer mit Bärten, guten Krokodilen und was sich sonst nach als Mythos durchsetzen konnte, finden sie einen kargen, ausgestorbenen Planeten vor. Nur einige 2000 Jahre alte Überreste von Körpern in einem Tunnelsystem verweisen darauf, dass das nicht immer der Fall war. Natürlich werfen die Funde die Frage auf, woran die Bewohner des Planeten so spontan ausgestorben sind. Und auch: was hatten sie mit den Menschen vor. Die Antwort auf die erste Frage ahnt man nach diversen Alien-Filmen bald mindestens vage. 

Prometheus hat mich ratlos gemacht und das nicht im philosophischen Sinne. Auf Erzählebene erschien das Ganze schlampig durchdacht. Zum Beispiel wird gezeigt, wie Leben auf der Erde entstand, weil sich ein extraterrestrisches Wesen im Wasser auflöste und so seine DNA verteilte. Die DNA der Funde auf dem fremden Planeten weißt eine Übereinstimmung mit der menschlichen DNA auf. Aber wenn alles Leben von dieser einer Lebensform ausgeht, müsste eigentlich alles, von der Sumpfkröte bis zum Einhorn, dieselbe DNA haben. Macht für die Handlung keinen großen Unterschied, mich persönlich lenken solche Kanten aber schnell Mal vom eigentlich Verlauf ab. Generell entsteht der Eindruck, dass die Produzenten nach 90 Filmminuten festgestellt haben, dass die Dynamik möglicherweise nicht den gängigen Sehgewohnheiten eines Science Fiction-Fans entspricht: paar Raumschiffe zusätzlich zu Schutt, so für die Quote, bot sich da als Lösung natürlich an.

Zum Ausgleich bezaubert Prometheus auf visueller Ebene. Teilweise wieder im Giger-Style, der nicht nur das Äußere des Aliens erfunden hat, sondern schon immer die etwas coolere Alternative zu Luis Royo-Plakaten in Zimmern heranwachsender Gruftis war. Industrial für die Augen, quasi.  Dazu dann noch Michael Fassbender, der als Androide mit HAL-Mentalität nicht ganz so anziehend ist, wie als Sexsüchtiger in Shame. Gereicht hat es aber trotzdem. Unterm Strich ist Prometheus einer dieser Filme, die zwar stellenweise den Intellekt beleidigen, aber immerhin dem Auge schmeicheln.

12:46 pm, BY wgirl[2 Anmerkungen]