True Blood, Season 5. Herz.
(Quelle: youtube.com, via suicideblonde)
True Blood, Season 5. Herz.
(Quelle: youtube.com, via suicideblonde)
Downton Abbey liegt irgendwo zwischen Jane Austen-Roman und Mad Men. Erste Staffel der Serie beginnt mit dem Untergang der Titanic und endet mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Auf dem Anwesen Downton Abbey sorgen sich Earl und Countess of Grantham um die Erbfolge: Titel, Grundbesitz und Vermögen gehen an den nächsten männlichen Verwandten. Sie aber haben nur drei Töchter. So bleibt nur Cousin Matthew, ein bürgerlicher Anwalt, mit wenig Lust auf ein entschleunigtes Leben als Gentleman. Trotzdem lassen er und seine Mutter sich in die Gesellschaft auf und um Downton einführen.
Die adelige Familie steht nicht alleine im Mittelpunkt. Den Sorgen und Intrigen ihrer Bediensteten wird ebenso viel Raum gegeben. In einer Zeit mit Arbeiterbewegung und Suffragetten werden herkömmliche Verhaltensweisen und Hierarchien nicht mehr ganz unhinterfragt übernommen. Das gilt für die Angestellten genauso wie für die Töchter im heiratsfähigen Alter. Gleichzeitig geht es nicht um öde Sozialkritik. Statt Klassenkampf wird eine gegenseitige Abhängigkeit gezeigt. Zumindest als Ideologie war so etwas in Großbritannien lange Zeit und schichtübergreifend verbreitet.
Laut Wikipedia ist Downton Abbey die englischsprachige Fernsehserie mit der positivsten Resonanz. Wikipedia hat selbstverständlich immer recht, so auch hier. Derzeit leide ich sehr darunter, dass es nirgendwo die zweite Staffel mit Untertiteln gibt. Allein zum Hören sind mir die Originaldialoge zu komplex. Downton Abbey mochte ich so, wie ich Austen-Romane mag: eine Welt, in der Kommunikation die Handlungen ersetzt. In der deshalb viel kommuniziert und sehr genau auf Zwischentöne gehört wird. Anspruch entsteht dardurch, dass ich als Zuschauer einzelne Zeichen finden und entschlüsseln kann. Ansonsten gibt es da noch Setting und Detailverliebtheit. Muss man aber bei einem Kostümfilm kaum extra erwähnen.

Hat sich bestimmt ein Freudianer ausgedacht: Familie Harmon ist nicht frei von Spannungen. Die Ehe der Eltern, Vivien und Ben, steht kurz vor dem Aus, nachdem sie eine Fehlgeburt und er einen Seitensprung hatte. Tochter Violet reagiert auf den Konflikt der Eltern mit pubertätstypischer Reserviertheit. Der beste Moment um in ein Haus zu ziehen, in dessen Keller unergründliche, dunkle Mächte (und ein spitzzähniges Monster) am Werk sind und unter dessen Dach ein herrenloser Gummifetischanzug hängt. Soweit so subtil.
Das Haus alleine ist nicht unheimlich genug, hat es doch auch schöne Tiffanyscheiben. Zusätzlich tauchen immer wieder seltsame Menschen auf: ein Mann mit verbranntem Gesicht, der Geld fordert. Ein Hausmädchen, dass Ben in junger Form und Vivien als ältere Dame erscheint. Nachbarin Constance, als Schönheit gealtert und als Schauspielerin gescheitert, die auch Mal das Silberbesteck mitnimmt. Tate, ein Heranwachsender mit Gewaltphantasien, der Hilfe bei Ben als Psychiater sucht. Im Laufe der Folgen zeigt sich, wie die Vergangenheit der Vier mit der des Hauses verflochten ist.
Bin immer noch ein wenig unentschlossen, wie ich American Horror Story fand. Mit den Figuren wurde ich nicht recht warm: ritzende Teenager, Schwule mit Dekofimmel und fremdgehende Ehemänner sind trivial. Alle sehen gut aus und wenn nicht, dann sind sie behindert oder durch Selbstverbrennung entstellt. Das zentrale Problem, welches verhindert, dass Familie Harmon einfach ihre Sachen packt und das Haus verlässt, ist die mögliche Scheidung der Eltern: wer geht wohin, wer bleibt. Auch nicht so spannend und in seiner Naivität eigentlich auch sehr Klischee, was Horror-Filme angeht. Einfach eine andere Form von “Da draußen im Dunkeln läuft ein Axtmörder rum, mein Handy hat auch keinen Empfang, besser, ich schau Mal nach.”.
Dagegen mochte ich die unterschiedlichen Geschichten, darüber, was die Einzelnen mit dem Haus verbindet. Immer wieder gibt es Rückblenden, die zeigen, wer das Haus in der Vergangenheit bewohnte. Die Serie lässt sich Zeit damit, die unterschiedlichen Episoden miteinander zu verknüpfen. Wie ein Puzzle, dessen Motiv erst kurz vor Schluss sichtbar wird. Nur besteht die Lösung nicht alleine darin, dass Gesamtbild zu erkennen.
Neugierig auf American Horror Story, Start: 5.10.11.
(Omg2. Ein paar mehr Details zur neuen True Blood-Staffel.)
(Quelle: youtube.com, via suicideblonde)
Mit Skins habe ich es bereits einmal versucht – und nach 15 Minuten abgebrochen. War einfach zu stereotyp: Ein Haufen mittelmäßig aussehender Heranwachsender in einer englischen Mittelstadt, über Kiffen und den Verlust der eigenen Jungfräulichkeit. Der positiven Kritiken wegen ein zweiter Versuch. Dabei dann gleich mal die ersten beiden Staffeln durchgeguckt.
Bei der Skins-Clique handelt es sich um einen Haufen Oberstufenschüler in Bristol. Und ja, es geht um Drogen, Feiern, Sex, aber im Grunde genommen ist das alles nebensächlich. Hauptsächlich geht es ums adoleszente Beziehungsfreundschaftswirrwarr: die Freundin des Freundes, unerwiderte Liebe, Loyalität. Wie erklärt man der moslemischen Familie, dass der beste Freund auf Jungs steht und wie geht man damit um, wenn das frühere Rolemodel nach einem Unfall behindert ist. Was kommt nach der Schule?
Erwachsene tauchen selten auf, wenn doch, dann nicht im positiven Sinne: Chris’ Eltern lassen ihren Sohn im Stich, Jals Mutter ist bereits verschwunden, die Eltern von Cassie sind mit sich beschäftigt, Sids Eltern trennen sich, dann stirbt sein Vater. Eine Lehrerin lässt sich auf einen Schüler ein. Nicht nur die Jugendlichen sind gleichgültig und überfordert, ihre Eltern kommen ebenso viel oder wenig zurecht.
An Skins mochte ich, dass es für eine Serie verhältnismäßig bodenständig ist. Wenn in anderen Serien Drogenkonsum, Unordnung, Promiskuität und Homosexualität wahlweise Scheitern oder Drama bedeuten, ist es hier realistisch irrelevant. Es kommt halt vor. Dagegen nicht so gut: der gelegentliche Klamauk. Lange keinen Film mehr gesehen, in dem jemand vor dem Vater des Love Interests mit einer Strickleiter aus einem Fenster flüchtet. Vor allem die Episode um die Klassenfahrt nach Russland hat einige Eis am Stiel-Momente.
(So exzessiv wie im Trailer geht es dann doch eher selten zu:)