Schöner Artikel der Zeit, über Tierversuche, Tierhaltung und Fleischkonsum. Dazu auch: Richard David Precht, über Tierversuche an Affen und die überholten Unterscheidungskriterien zwischen Tier und Mensch.
Was mich nur stört:
“Während der Mensch seinen Mitgeschöpfen endlich zugestand, keine bloßen Gegenstände zu sein, liefen immer weniger davon durch sein Blickfeld. In den fünfziger Jahren hatten viele Deutsche noch täglichen Kontakt zu Nutztieren. Eigene Hühner- oder Kaninchenställe, gar Hausschweine waren keine Seltenheit, auch in den Arbeitersiedlungen der Städte nicht. Fleisch machte noch Geräusche, hatte Augen und Fell oder Federn.”
Die Abstraktion die notwendig ist, um in einem Schnitzel nicht das das Stück Tier zu sehen, was es eigentlich ist, setzt bereits viel früher ein. Mit Kaninchen, die zum Schlachten gehalten werden, geht man anders um, als mit denen in der Wohnung. Dieses “selbstaufgezogen und geschlachtet” ist in erster Linie ein Alibi, für das Tier macht es kaum einen Unterschied, ob es in einem “tierfreundlichen” Betrieb aufgezogen und getötet wurde oder durch den Konsumenten. Der “Esser” selbst hat bereits viel früher zwischen “Kuscheltier” und Nutztier aka Schnitzel differenziert.