Tagged
veganismus


Text

Zum Ansehen: ZDF log in mit einer ungewohnt entspannten Diskussion zum Thema Fleisch (oder doch eher nicht). Ich mag es, wie Björn Moschinski argumentiert, ohne übermäßig emotional zu werden oder zu relativieren, um zu gefallen.

01:58 am, BY wgirl[10 Anmerkungen]

Link
Streitgespräch: Veganer vs. Flexitarier: "Man muss einen Cut machen!" - taz.de

Die Mehrheit der Leute in Deutschland isst doch eh an manchen Tagen kein Fleisch. Das auch noch zu propagieren, ist eine weitere Verwässerung des ohnehin verwässerten Begriffes Vegetarier. Der als erster großer Vegetarier bekannte Pythagoras lebte im Grunde vegan. Man kann Milch und Eier nicht einfach ausklammern und nur über Fleisch reden. Für Eier werden Milliarden Küken getötet, einfach so. Und für Milch müssen noch mehr Ausnutztiere getötet werden, nämlich auch noch Kälber. Weshalb der Milchumstieg für mich noch zwingender ist als der Fleischausstieg. Jeder, der tierische Produkte isst, hat eine Mitverantwortung für das Leiden dieser Lebewesen.

01:29 am, BY wgirl[3 Anmerkungen]

Text
Starbucks

Bei Starbucks angefragt, was bei ihnen denn vegan ist. Als Antwort Folgendes erhalten:

Sie haben die Möglichkeit alle Espressobasierenden Getränke mit Sojamilch zu Bestellen, unsere Tees, die Tea Juiced Blend Frappuccino und auch alle anderen Frappuccino sind vegan allerdings ohne die Java Chips.

Unsere Food Produkte sind nicht Vegan.

Über Gewerkschaften reden wir dann nächste Woche (oder auch nicht).

08:57 pm, BY wgirl

Link
jungle-world.com - Archiv - 35/2011 - Dossier - Erzählen Geschichten von Fleisch und Gemüse

“Und Biofleisch hat ooch mal jelebt!”

Ausschnitte aus Fruchtfleisch ist auch keine Lösung, u.A. mit Toni Mahoni.

02:00 pm, BY wgirl[1 Anmerkung]

Text
Das System Wiesenhof

… lief gestern im Fernsehen und ist ab heute in der ARD Mediathek zu sehen. Neben den bekannten Bildern zu Massentierhaltung und -schlachtung wird auch die Diskrepanz zwischen der Selbstdarstellung eines Unternehmens und seiner Wirklichkeit gezeigt. Wiesenhof hatte vorher per Programmbeschwerde versucht, die Ausstrahlung zu verhindern.

02:41 pm, BY wgirl[2 Anmerkungen]

Link
Vegetarismusdebatte fördert Fleischkonsum

Die Forderung, weniger Fleisch zu essen, ist deshalb „harmlos“, weil sie keinen ethischen Gehalt und keine moralische Kraft besitzt. Das begreift man sofort, wenn man sie auf Menschen umlegt: Wer, anstatt zu sagen, Foltern und Vergewaltigen sind FALSCH, fordert, dass WENIGER gefoltert und vergewaltigt wird, dem fehlt jegliche moralische Legitimation und Überzeugungskraft.

Helmut Kaplan darüber, warum Eating Animals nicht grundsätzlich prima ist. 

(via Facebook)

06:06 pm, BY wgirl[11 Anmerkungen]

Link
Neues Tierschutzlabel "Tierwohl": Strenger als Bio, bekannter als Neuland - taz.de

Taz über Tierwohl, ein Label des Deutschen Tierschutzbundes, dass tierfreundlich produziertes Fleisch kennzeichnen soll. Bin selbst ambivalent, was das angeht: einerseits kann es zumindest zu kleineren Verbesserungen bei Tierhaltung und Schlachtung führen. Ein komplettes Umdenken hin zu Fleischverzicht und Veganismus ist einfach utopisch, zumindest für den größeren Teil der Bevölkerung.

Sonst sehe ich es wie Peta: ein Tierschutz-Label für Fleisch ist ein Freifahrtschein. Beruhigt das Verbrauchergewissen, macht, dass Fleischproduzenten darauf verweisen können, zu den Guten zu gehören. Es hinterlässt den Eindruck, dass in den entsprechenden Betrieben alles artgerecht abläuft, aber was ist für Nutztiere schon artgerecht? Die Vorgaben für das Label sind doch nur ein Kompromiss zwischen dem, was Tieren gut tut und dem, was Fleischproduzenten bereit sind nachzugeben, ohne sich selbst zu schaden. Dazu kommt, dass die Einhaltung von Labelkriterien nicht so kontrolliert werden kann, wie es eigentlich der Fall sein müsste. Kontrolleure sind keine 24 Stunden vor Ort, dass Missstände entdeckt werden, ist oft einfach Zufall.

11:52 am, BY wgirl[5 Anmerkungen]

Text
PIG 05049

War vor paar Monaten schon Thema bei SpiegelOnline: Christien Meindertsma, niederländische Designerin, hat drei Jahre erforscht, was außer Schnitzel und Bärchenwurst aus Mastschweinen wird. Resultat ist der Bildband PIG 05049.

PIG 05049 from Christien Meindertsma on Vimeo.

(via)

Ist es tröstlich zu wissen, dass wirklich alle Teile des geschlachteten Schweins verwendet werden? Oder doch eher deprimierend, weil man kaum vermeiden kann, was-mit-Tier zu konsumieren?

05:42 pm, BY wgirl

Text
Vegan Kochen

Vorweg: Kochen ist nicht mein Hobby. Ich stehe nicht samstags um sieben auf, um auf dem Wochenmarkt so richtig frische Zutaten zu kaufen. Auf meiner Fensterbank wachsen keine Kräuter. Im Bioladen kaufe ich vor allem Sachen, die ich woanders nicht bekomme, wie Sahneersatz. Obst mag ich nur unreif oder püriert. Manchmal auch gar nicht. Kochen war und ist immer mehr Notwendigkeit. Früher zu Hause, weil meine Mutter andere Vorstellungen von essbar hatte (Ein jahrelanger Running Gag zwischen dem Bruder und mir: ihre Gewohnheit, angebranntes Essen als “schön cross” anzubieten.). Als ich mit siebzehn von zu Hause auszog, war ich erst recht auf mich gestellt. Dazu gibt es wenig Junkfood ohne Fleisch und noch weniger ohne alle tierischen Zutaten. Also bliebt nur selber Kochen lernen, wenn es nicht jeden Tag Nudeln mit Ketchup geben soll. Das klappt dann aber ganz okay. Rezepte finde ich vor allem hier:

Ox-Kochbuch. Bzw. die Ox-Kochbücher, da mittlerweile der vierte Band veröffentlicht wurde. Am Anfang stand die vegetarische Rezeptseite im Punkrock- und Hardcore-Fanzine Ox. Das merkt man. Einerseits am Volxküchenstil, d.h. Zutaten sind so, dass man auch günstig für 40 statt für vier Mann kochen kann. Andererseits spielen Optik, Kalorien und Gesundheit eher eine untergeordnete Rolle. Gemüse kommt auch mal aus Dose oder Tiefkühlregal. Stört mich weniger. Ox-Bücher sind nicht unbedingt was für Foodnerds, aber sehr praktisch für Leute mit wenig Geld oder Zeit. Die Ausstattung ist ebenfalls rudimentär. Keine Bilder, dafür zu jedem Rezept die passende Musikempfehlung. Einziges Manko: es gibt wenig vegane Rezepte und ebenso wenige, die sich leicht veganisieren lassen. Für viel Käse gibt es nur schwer Ersatz. Bei Peta2 finden sich übrigens einige Beispiele für Ox-Kochbuch-Rezepte (Nichts gegen Herr Wirsing im Leckerland!).

Wam Kat’s 24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesserung ist ebenfalls Volxküchen-nah. Das Buch ist… schwierig. Einerseits unterhaltsam zu lesen, wenn Wam Kat von seinen Erlebnissen als Volxküchenkoch bei Castortransport und Balkankrieg erzählt. Andererseits sind die Rezepte nicht wirklich zuverlässig. Einiges weiß man als Gelegenheitsköchin besser (Salz erst an die Linsen, wenn sie fast gar sind. Dauert doch sonst Stunden.). Dazu sind sie teilweise doch sehr schlicht, eben Volxküche. Kann mir aber vorstellen, dass es für den Einstieg ganz inspirierend ist.

Dagmar v. Cramm: Kochvergnügen vegetarisch war mein erstes richtiges Kochbuch. Ist ebenfalls nicht vegan, besitzt aber einige Rezepte, die sich gut umwandeln lassen. Neben den üblichen Kategorien wie Suppen und Eintöpfe, Gemüse und Pilze gibt es auch Einmachen und Büromahlzeiten zum Mitnehmen. Im Vergleich zu Ox und Wam Kat kommt es konservativ daher: Zutaten und Zubereitung sind ein wenig umständlicher, Layout erinnert an 90er Jahre-BRIGITTE-Rezepte. Dafür sind die Resultate aber durchaus essbar, obwohl ich mit GU-Kochbüchern sonst eher schlechte Erfahrungen gemacht habe.

Und online:

Auf jeden Fall Vegan Guerilla. Die Rezepte sind oft lateinamerikanische beeinflusst (Avocado hier, Süßkartoffeln dort), dazu viel Seitan. Vor allem aber: komplett vegan.

Totally Veg dagegen ist kein reines Kochblog, sondern handelt von Veganismus generell. Die Bloggerin hat vor kurzem ihre Kuchenrezepte als “Kochbuch” online gestellt, gratis.

Ebenfalls kein reines Rezepteblog ist Food and Fotos - life of a vegan. Auf der Suche nach veganen Rezepten lohnt es sich dennoch, mal einen Blick darauf zu werfen.

Bei Veganpassion gibt es vor allem Süßes.

Die schönsten Bilder und auch viel Torte bei my friend does wicked vegan pastries.

Wer gezielter nach einem Rezept sucht, kann bei den Küchengöttern bei der Rezeptsuche immerhin unter Ich mag nicht “Milchprodukte und Eier” und bei Verschiedenes ”Vegetarisch” angeben. Bin da selbst aber vorsichtig, GU-Rezepte misslingen mir häufig.

Wer risikofreudig ist, kann es auch bei Chefkoch.de mit “vegan” als Tag versuchen.

Dazu gibt es natürlich noch unzählige englischsprachige Blog, wie das berühmte 101 Cookbooks, FatfreeVegan und Vegan Baking. Benutze ich allerdings eher nie: zu faul, die Maßeinheiten umzurechnen und weil immer wieder Zutaten auftauchen, die man in Deutschland nicht so einfach bekommt.

02:20 pm, BY wgirl[20 Anmerkungen]

Text
Tag 08/03/11

Ja, sie hätten Sojamilch da und es freut mich, denn in Frankfurt ist das nach wie vor kein Standard. Wenn ich nach Sojamilch frage, fühle ich mich immer noch ein wenig wie ein Möchtegern-Hipster, der aus jedem Stadtteilcafé Starbucks machen will. Als der Milchkaffee kommt liegt auf dem Unterteller der obligatorische Keks. Vermutlich einer, auf dessen Verpackung “Gebäckmischung Exquisit” oder so stand. Also ein ganz normaler. Mit Milch und Ei. Oder zumindest Vollmilchpulver und Eiweiß aus Ei. Ich trinke den Kaffee und esse schließlich auch den Keks. Weil er schon mal dort liegt und sie ihn wohl kaum zurück nehmen würden. Wo er letzten Endes landet ist jetzt auch egal. Wobei: hätte man mir zum Kaffee ein Stück Speck gereicht, hätte ich es trotzdem nicht in den Mund nehmen wollen: das Abstraktionsvermögen reicht nicht mehr aus, zu verdrängen, was es eigentlich ist.

Die Umstellung dahin, nur noch vegan zu essen, ging weit schneller als erwartet. Abgesehen von dem Keks wüsste ich spontan nicht, wann ich das letzte Mal etwas mit Ei und Milch gegessen habe.  Also mit dem Wissen, dass Ei und Milch enthalten sind. Vielleicht Ende Januar, die eine Tafel Milka. Als ich Vegetarierin wurde, hat die Umstellung sicherlich ein Jahr gedauert. Im Gegensatz zu der Fleisch-Sache (Wobei: man sollte ja niemals “nie” undsoweiter…) kann ich mir vorstellen, Ausnahmen zu machen. Eben dieser eine Keks. Oder Käse aus dem Demeterbetrieb, für den meine Mutter arbeitet. Dringend ist es allerdings nicht. Dazu dann auch die Frage, ob ich es langfristig noch kann.

Als Vegetarierin war ich in den ersten Jahren gründlich: Vegetarismus war nicht selbstverständlich, sondern eine Frage der Disziplin. Was sich dann soweit selbstständig machte, dass ich es unappetitlich fand, wenn Fleisch, Wurst, Fisch im selben Kühlschrank aufbewahrt wurden wie die Dinge, die ich aß. Für ein Seminar an der Uni laß ich Ausschnitte aus Peter Bergers “Lob des Zweifels”. Berger ist Religionssoziologe, “Lob des Zweifels” handelt vom religiösen Pluralismus, der global so weit verbreitet ist wie die Säkularisierungsthese unter linken Intellektuellen (Zumindest bis vor paar Jahren, aber darum soll es hier nicht gehen.). Einen großen Teil nimmt in “Lob des Zweifels” der religiöse Fundamentalismus ein. Laut Berger entsteht Fundamentalismus dort, wo dem Glauben die Sicherheit fehlt: dort, wo die Alternativen (Freiheit, Fernsehen, andere Religionen) spannender werden, aber auch bei Konvertiten. Wo Religiosität selbstverständlich ist, kann auch mal über die Strenge geschlagen werden. Wo Selbstverständlichkeit fehlt, braucht es wiederum Regeln, um sich vom falschen Lebenswandel abzusetzen.

So ähnlich war es auch mit Vegetarismus. Aus Angst vor Rückfällen musste die Distanz zur “alten” Lebensweise möglichst groß sein. Geschmacklich war Fleisch schon in Ordnung, ein “Keine Lust darauf” hätte es nicht getan. Stattdessen regelmäßig daran denken, was Fleisch überhaupt ist. Mit der Zeit ist es bisschen einfacher. Nicht, dass ich Fleisch essen würde, aber man macht sich einfach weniger Gedanken. Alles ist Routine. Aber alles ist auch Routine, weil man es eingeübt hat. Was aus der Veganismus-Sache wird, weiß ich nicht. Beim Keks war da ein Zögern. Nach dem letzten Käsebrot ein schlechtes Gewissen. So lange ich hinter her unzufrieden bin, bringen mir Ausnahmen eher nichts.

02:56 am, BY wgirl[2 Anmerkungen]